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Oktaeder
Sigleß

Auszeichnung 2020 | Öffentliche und touristische Bauten

OT_Sachs_64

Der vor Kurzem verstorbene Künstler und Bertoni-Schüler Heinz Bruckschwaiger spürte sein Leben lang den unsichtbaren Bedeutungen spezifischer Orte nach. Mit seinen Land Art-Projekten schuf er gerade im ländlichen Raum Seh- und Lehrstücke, die Staunen machen. Sein erklärtes (und leider unerreichtes) Ziel war es, sämtliche platonische Körper als Objekte zu bauen.

Auf einer Geländekuppe in Siegless errichtete er einen auf einer der beiden Spitzen stehenden Oktaeder, ein Körper, der aus zwei an ihren Grundflächen aufeinandertreffenden Pyramiden gebildet wird. Die mit dunkelgrauen Falzblechbahnen verkleidete und mit Fenstern an allen vier Seiten versehene Holzkonstruktion ist über eine Metalltreppe begehbar und obwohl die Gesamthöhe lediglich 8,5 Meter beträgt und die Öffnungen sich in der unteren Pyramide befinden, sind bei gutem Wetter im Osten der Neusiedler See, im Norden das Wiener Becken, im Westen Schneeberg, Rax und Hohe Wand und im Süden die Burg Forchtenstein erkennbar.

Der Oktaeder soll zugleich Anziehungs-, Aussichts- und Ruhepunkt für Spaziergänger sein, Menschen und Landschaft zueinander führen und eine Landmark in den Sieglesser Weinbergen sein.

Im Lauf der Zeit werden Objekt und Natur eine Symbiose eingehen, und der Alterungsprozess wird den skulpturalen Charakter dieses begehbaren Kunstwerks, das nur in Holz errichtet werden konnte, noch verstärken.

Fertigstellung 2018